01.10.2026

Das war die Bezirksvertretung im September

Das war die Bezirksvertretung im September

Die Bezirksvertretung Hietzing trat am Mittwoch, dem 30. September, zu ihrer nächsten öffentlichen Sitzung zusammen. Für die SPÖ Hietzing waren Marcel Höckner, Katharina Mayer-Egerer, Juraj Veres, Stephan Grundei, Flavio Schily, Andrea Exler, Helga Baumann und Bakri Hallak dabei. Helena Schlobach fehlte diesmal aus einem besonders erfreulichen Grund: Sie ist vor Kurzem zum zweiten Mal Mutter geworden.

Neben zahlreichen konkreten Anträgen aus den Grätzln prägten vor allem zwei größere Debatten den Abend: die Zukunft der Lainzer Straße und der seit Monaten diskutierte Umgang mit dem Andreas-Rett-Park.

Lainzer Straße sorgt für intensive Debatte

Breiten Raum nahm die Diskussion über die geplante Neugestaltung der Lainzer Straße ein. Dabei wurden auch unterschiedliche Positionen innerhalb der ÖVP sichtbar. Zur Abstimmung stand unter anderem ein FPÖ-Antrag, mit dem geprüft werden sollte, die geplante Neugestaltung angesichts der budgetären Situation, des Parkplatzverlusts und möglicher Auswirkungen auf Wirtschaftstreibende zurückzunehmen. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Andreas-Rett-Park: Kontextualisierung statt Umbenennung

Eine monatelange Diskussion fand in dieser Sitzung einen vorläufigen Abschluss. Bereits im Dezember 2025 hatten die Grünen die Umbenennung des Andreas-Rett-Parks beantragt. Als Begründung wurden problematische Aspekte der Biografie Retts angeführt. Der Antrag wurde anschließend in der Kommission für Bildung, Kultur und Sport weiterbehandelt und befand sich noch im September auf deren Tagesordnung.

Im Mittelpunkt stand dabei auch die Frage, wie mit der bestehenden Beschilderung umgegangen werden soll. Denn die bisherige Tafel würdigt Retts Tätigkeit, ohne auf die im Antrag dokumentierten problematischen Aspekte seiner Biografie einzugehen. Der ursprüngliche Antrag der Grünen verweist unter anderem auf Retts NSDAP-Mitgliedschaft, seine Zusammenarbeit mit Heinrich Gross und später von ihm vertretene Positionen gegenüber Menschen mit Behinderungen.

In den Beratungen wurden unterschiedliche Wege diskutiert. Während Grüne und NEOS Vorschläge für eine Neubenennung einbrachten, setzte die SPÖ auf eine historische Kontextualisierung am bestehenden Ort. Deshalb wurde ein Antrag für eine neue Informationstafel eingebracht. Diese soll ausdrücklich auch die umstrittenen Aspekte von Retts Biografie behandeln und damit eine kritische Auseinandersetzung vor Ort ermöglichen. 

Bei der Behandlung des Themas verließ der überwiegende Teil der grünen Fraktion den Sitzungssaal; ein grüner Bezirksrat blieb anwesend. Der Antrag auf die neue Informationstafel wurde schließlich mehrheitlich angenommen. Der parallel behandelte Antrag auf Umbenennung des Parks wurde abgelehnt. 

Verbesserungen für den Bezirk

Abseits der großen Debatten standen zahlreiche unmittelbar spürbare Verbesserungen auf der Tagesordnung.

Einstimmige Zustimmung gab es etwa für eine Warteanzeige bei den Buslinien 47A, 53A, 54A und 54B in Ober St. Veit sowie für eine Warteanzeige und Verbesserungen bei der Sitzgelegenheit an der Station Preyergasse der Linie 60. 

Auch vier Kleinfeldfußballtore für den Fußballplatz im Hörndlwald fanden einstimmige Zustimmung. Der Antrag für zusätzliche Bäume in der Gallgasse und der Fehlingergasse wurde gegen die Stimmen der FPÖ angenommen. 

In Ober St. Veit sollen außerdem rechtmäßige Parkmöglichkeiten durch entsprechende Bodenmarkierungen geprüft werden. Dieser Antrag wurde ebenfalls gegen die Stimmen der FPÖ angenommen. Über ein ergänzendes Einbahnsystem im Bereich Prehausergasse, Stock im Weg und Köchelgasse wird nun in der Mobilitätskommission weiterberaten. 

Einstimmig angenommen wurde schließlich auch der Vorschlag, die Friedrich-Julius-Bieber-Anlage als Standort für ein „Wiener Wäldchen“ zu prüfen. Dabei sollen nach Möglichkeit auch jene „Klima-Bäume“ verwendet werden, die von den ÖBB im Zusammenhang mit der Verbindungsbahn angeboten wurden. 

Engelstor: Planung geht in die nächste Runde

Mit der Öffnung des Engelstors im August wurde eine langjährige Forderung aus Hietzing endlich umgesetzt. Bereits 2023 hatte die Bezirksvertretung einen entsprechenden Antrag einstimmig angenommen. Doch mit der Öffnung allein ist die Arbeit noch nicht getan: Der unmittelbare Zugang muss sicherer und attraktiver gestaltet werden.

Genau dazu hatte die Bezirksvertretung bereits im Mai weitere Verbesserungen gefordert. Inzwischen liegt auch die Antwort der zuständigen Stadträtin vor: Die vorgesehenen Maßnahmen können umgesetzt werden – Voraussetzung dafür ist ein entsprechender Projektauftrag aus dem Bezirk.

Dieser nächste Schritt soll nun endlich erfolgen. Vorgesehen sind unter anderem ein größerer Wartebereich, eine Gehsteigvorziehung, Entsiegelung und Begrünung sowie Verbesserungen bei der Führung des Radverkehrs. Unser Antrag wurde einstimmig der Kommission für Mobilität, Planung und Wirtschaft zur weiteren Beratung zugewiesen.

Besonders ärgerlich ist, dass im unmittelbaren Bereich der U4 Hietzing erst vor Kurzem Bauarbeiten stattgefunden haben. Bei entsprechender Koordination hätten die notwendigen Arbeiten gemeinsam geplant und durchgeführt werden können. Das hätte nicht nur eine weitere Baustelle vermieden, sondern auch Kosten gespart.

In der Sitzung wurde zudem auf eine bereits 2024 bestehende Finanzierungsmöglichkeit hingewiesen: Nach den von NEOS-Klubvorsitzender Katharina Kainz in der Debatte vorgebrachten Informationen hätte das Projekt damals mit erheblicher finanzieller Beteiligung der Stadt Wien und einer zusätzlichen Förderung für den Bezirk umgesetzt werden können. Diese Möglichkeit wurde unter dem damaligen Bezirksvorsteher Nikolaus Ebert nicht genutzt.

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